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Vom Gare du Nord im Regen bis zum Perspektivwechsel am Panthéon.

1. Ankunkft

Es steht fest. Eine neue Stadt macht noch kein besseres Wetter. Als der Nachtzug aus Hannover gemütlich gegen kurz nach neun in Paris einrollt hat der Himmel die Pforten geöffnet ... auch wenn man sich fragt, wenn schon Sintflut, warum dann ausgerechnet Paris???

Weiterhin ist festzuhalten, dass es in Paris keinesfalls zu erwarten ist, am Bahnhof mal eben ein Taxi zu bekommen. Nein, da muss man sich erst in eine laaaaaange Schlange stellen und etwa 40 Minuten warten... hatte ich den Regen erwähnt? ... und die Hälfte der Taxifahrer macht auch erstmal Zwischen-Frühstück-und-Mittag-Pause... wie auch immer...schließlich und endlich komme ich dann doch noch im Hostel an.

2. Der Check-In.

Na da sollte man doch meinen, wenn man im Internet angibt um 12 Uhr anzukommen und man steht um 10 vor 12 an der Rezeption, dass man dann freundlichen lächelnd, nach dem Motto, "danke, dass Sie ihr Geld bei uns lassen", seinen Schlüssel in die Hand bekommt und vielleicht sogar noch beim Tragen der Taschen geholfen wird...na aber aber...nicht doch. "Check In? Ja, die gute Nachricht ist, wir haben Ihre Reservierung bekommen." (Juchuu?) "Aber das Zimmer ist vor 2 nicht fertig!" (Was?) Spaß versteht der Mann jedenfalls auch nicht, aber er nimmt mir dann noch übellauning zumindest den Laptop ab.

Meiner einer trollt also noch ein bisschen durch die faszinierenden Weiten der Rue de la Chapelle... ich meine, eines muss man den Franzosen ja lassen... von Kaffee verstehen sie was. Nur, dass die Socken langsam wirklich eine ungehörig große Menge an Wasser beherbergen verdirbt ein bisschen die Stimmung...

Schließlich pünktlich um 2 Uhr händigt mir ein tatsächlich überaus freundlich lächelnder Mensch an der Rezeption meinen Schlüssel aus... und dann beginnt der auch noch mit small-talk... ich bin fasziniert. Obwohl ich die Taschen dann doch alleine die Treppen hochschleppen muss...

3. Stammtischpolitik auf Französisch.

Wenn man abends die Gegend um Les Halles entlang streunt und alle Cafés und Bars sind mäßig besucht, nur eine ist ganz ganz voll - was macht man da? ... Genau! Es ist wirklich zum Platzen voll, aber der super nette (italienische) Kellner zaubert tatsächlich noch einen Tisch aus irgendeiner Ecke und platziert ihn direkt in den Eingang. Als er das Bier bringt und herrlich strahlend sagt: "dos y quarenta por favor", bin ich sehr verwundert (zumal, wie gesagt, ich weiß sicher, der Mann ist Italiener!). Aber gut...wenn wir schonmal dabei sind, warum nich auch noch ein kurzer Abstecher ins Spanische...

Äußerst bemerkenswert ist jedoch Folgendes: neben uns im Eingang sitzen schon ein paar Leute, unter anderem ein Soziologie-Student und ein arbeitsloser Fotograph (die Mischung fand ich irgenwie toll)... und wir fangen nack kurzem Geplänkel Austausch auch gleich die richtig harten Themen an. Was macht denn der Trottel Sarkozy da? Welches Bild von Sarko hat man in Deutschland? Wie ist das mit der Merkel? Das Bier am Nachbartisch kommt und geht. Aber auch nach dem achten Glas und nachdem sie kaum noch grade laufen, können die immer noch den Ausgang des Referendums zur europäischen Verfassung diskutieren oder die allgemeinen Zukunftsaussichten der Union...ich bin - einmal mehr - fasziniert.

4. Auf den Spuren von Henri IV

Am nächsten Morgen treibt mich schließlich die Neugier ins Quartier Latin um mal zu sehen, was das so für eine Gegend ist, in der ich mich zukünftig rumtreiben werde. So schlendere ich gemütlich die Rue Saint-Jacques entlang (wie mir ein Taxifahrer heute sagte, die zweitlängste Straße von Paris?) und stolpere ich über das Panthéon. Ich schaue mich um und sehe gegenüber auf dem Gebäude in großen Buchstaben: HENRI IV. Yay! Und während alles um mich rum staunt und knippst und sagt: Oh, guck mal, das Panthéon!, erlebe ich eine gewisse Genugtuung mich dieser reinen Touristenperspektive zu entziehen und staune und knippse und sage stattdessen: Oh, guck mal, meine Schule. Gegenüber von Panthéon!!!

Um den Einstieg ins "Nein, ich bin nicht in den Ferien. Ich wohne hier!" komplett zu machen, gibt es in der nächsten Folge den Umzug ins Pariser "Eigenheim".

Bis dahin:


 

 

 

 

 

3.10.07 10:48


Wie aus achtzehn vierzehn wird und was die fünf damit zu tun hat.

Endlich ist es soweit! Ich kann aus meiner Notunterkunft in der Rue de la Chapelle aus- und in mein eigentliches Zimmer einziehen.

Zwischen mir und diesem freudigen Ereignis steht nur noch eines: die Zentrale des Studentenwerks CROUS. Deshalb begegebe ich mich genau dorthin, ins 5. Arrodissement, wo auch meine Schule ist, und muss feststellen, dass das "Haus das Verrückte macht" tatsächlich eine lebensnahe Beschreibung französischer Bürokratiehandhabung ist.

Zunächst erstmal das richtige Büro finden. Dann die Aussage: Monsieur ist zu Tisch, kommen Sie in einer Stunde wieder. Aha. Das getan, ist man tatsächlich irgendwann an der Reihe und bekommt dann von Monsieur ein Formular ausgehändigt, mit dem man dann zu einem weiteren Monsieur im 4. Stock gehen soll. Uhu. Dort bekommt man einen ganzen Haufen Papierkrams, der auszufüllen ist und dann bitte bei Madame im 2. Stock abzugeben sei. Äh...ja. Im Endeffekt jedenfalls - und das ist schließlich das Wichtigste - bekomme ich meinen Schlüssel.

Zurück ins 18., ins Hostel, um die Baggage abzuholen, dort Taxi rufen und warten. Und warten. Ich erwähnte wohl den unfreundlichen Menschen an der Rezeption? Fängt der doch plötzlich heftigst an mit mir zu flirten??!! Ich bin fasziniert. Nach einem Anruf beim Taxiunternehmen stellt sich heraus, dass dieser Mensch bei der Anfrage wohl nicht die Hausnummer dazugesagt hat (obwohl das Schild Stadium Hostel wirklich schwer zu übersehen ist) und es ist wohl so, dass das Taxi tatsächlich schon eine geraume Zeit wartet...deshalb empfängt mich der Zähler schonmal strahlend mit 12 Euro. Na klasse.
Bis wir am anderen Ende der Stadt sind, in meinem neuem Heim im 14., hat sich das Teilchen bis auf 28,6 Euro hochgeschaukelt... so was!

Wie auch immer. Zumindest hat das Gebäude einen Aufzug, was ungeheuer angenehm ist, wenn man im 5. Stock wohnt... Aussicht gibt es zwar gar nicht, aber bei einem Quadratmeterpreis von 25 Euro fühlt man sich doch gleich wie im Pariser Leben angekommen ... Jaja...dafür sind Notre Dame und St. Michel auch in gemütlicher Fußmarschreichweite

Viele Grüße von Saint-Jacques!

 


 

3.10.07 11:29


Patchwork-Blog: von allem ein bisschen...

1. Berufliches:

Die ersten Hürden an der wie es heißt besten Schule Frankreichs sind genommen. Dazu gehört, dass ich mich nicht mehr heillos verlaufe, wenn ich eigentlich nur den Ausgang suche, dass ich "meinen" Raum problemlos finde und auch den Schlüssel dazu, dass ich fast allen Gesichtern meiner Deutchlehrer auch einen Namen zuordnen kann, dass ich die Regierungsriege auf den Gang erkenne (und entsprechend saltuiere), dass ich die Obersekretärin dazu bekomme, mir die Sachen zu unterschreiben, wann und wie ich sie brauche und - wichtig - , dass ich weiß, wo ich in meiner Pause einen anständigen Kaffee bekommen.

Meine hochwohlgeborenen Schülerlein sind bisher alle sehr handzahm gewesen und ich bin mal gespannt, was sie so zu meinen sorgfältig ausgetüftelten Kommunikationsspielen sagen... Ansonsten sollte man jedoch nicht der Vorstellung erliegen, dass die Schüler an einer solch traditions- und ruhmbeladenen Schule nicht auch wüssten, dass es sich im Unterricht eben doch noch am besten schwatzen lässt und dass man als Teenager mit dummen Kommentaren gut Eindruck bei den anderen schinden könnte...ließe sich der Lehrer davon beeindrucken. Das Niveau ist natürlich schon hervorragend...das muss man ja zugeben. Es gab für die versammelten Sprachassistenten (aus Deutschland, England, Russland, Italien, Mexico, Israel und Palästina *ehem*) auch eine herzliche Begrüßung durch den Schulleiter...und da gab es auch lecker Essen...yam yam. Natürlich wurde dabei auch noch einmal aufs Äußerste betont, wie geehrt wir uns fühlen dürfen, an dieser Schule zu sein und so möchte ich hier für alle Welt sehr betonen: Ich fühle mich zutiiiieeeeefst geehrt!!!

Natürlich gibt es auch noch Einiges zu managen, ehe von einem reibungslosen Ablauf die Rede sein könnte: Da ist gleich in der ersten selbstständig zu erteilenden Stunde der Raum besetzt, in dem es leider weder Beamer, noch Fernseher oder OHP gibt...doch, doch, ne Tafel gibt es schon noch...und ich habe leider auch noch nicht wirklich eine gute Möglichkeit zum Drucken gefunden, was die Organisation des so kreativ angedachten Unterrichts etwas schwierig werden lässt. Aber gut...wir wollen ja nicht gleich alles auf einmal... Wie diese Geschichte weitergeht und ob die Schüler mich mit meinen Sprachspielen auf die Nase fallen lassen oder nicht, erfahren wir beim nächsten Mal.

Jetzt erstmal..

2. Kulturelles:

Die "nuit blanche" (dt:weiße Nacht) ist ein Kulturereignis der besonderen Art. Vor allem, weil man nichts davon mitbekommt, wenn man nicht die Augen aufmacht. An verschiedenen versteckten Orten der Stadt haben sich am 06. Oktober Künstler und Künstlerinnen daran gemacht ihre Werke präsentativ dem gewillten Suchenden zu eröffnen. Aber auch wenn man nichts gefunden hätte, wär es in dieser Nacht alle mal wert, vor die Tür zu gehen, denn...

3. Sportliches:

Es war ebenfalls die Nacht des Viertel-Finales der Rugby-Weltmeisterschaft. Ja nee, ist klar. Wieso jetzt Rugby. Dachte ich mir auch. Aber nein. Dieses sportliche Ereignis findet zur Zeit nämlich gerade in Paris statt und im Viertelfinale des besagten Abends standen sich dabei die Franzosen und die Neuseeländer gegenüber. Und was keiner geahnt hätte...die Franzosen haben auch noch gewonnen! Mich als WM-Erprobte haben die Massen der Begeisterung ja nicht wirklich schocken können...aber war trotzdem irgendwie nett. Und weil alle grad so sportlich waren, habe ich mich dann vom Hôtel de Ville auch zu Fuß auf den Heimweg gemacht, über die Île de la Cité hinweg, an Notre Dame vorbei und einmal den Boulevard St. Michel lang runter... sehr schön, ja.

Vorgestern war die Fortsetzung der WM, mit Frankreich gegen England im Halbfinale, was den überwältigenden Massen dann auch direkt auf dem Champ de Mars beim wunderprächtig beleuchteten Eiffel Turm präsentiert wurde... die Begeisterung hielt sich dann nach Ende der Partie allerdings in Grenzen...

 


Als besondere Beilage in dieser Ausgabe: Kaffee deutsch-französisch.

Café - Kaffee... aber nein, tatsächlich gibt es bei der Bestellung eines "Café" dann nur ein kleines Tässchen Espresso...ja, das muss man wissen! Kannst auch mit nem Kännchen Milch kriegen... wie du die Milch dann in die kleine randvoll gefüllte Espressotasse bekommst ist dann aber dein Problem!

Café allongé - verlängter Kaffee??? ...ja nein, das ist jetzt was wir eben Kaffee nennen...schwarz wie die Nacht.

Café au lait - Michkaffee... nein, so einfach ist das nicht. Das gibt gaaaaanz viel Schaum und auch gaaaanz viel Zucker gleich mit drin. So muss das sein!

Spitzenreiter für Kaffeepreise (Café au lait) bisher:

Rue des Irlandais (Quartier Latin): 5,50 € (normale Tasse, nicht etwa Jumbo-Größe oder so)

Bastille (um die Ecke, nicht gleich vorne): auch 5,50 €. Ohne Gebäck

Pub St. Germain (Zwischen Odéon und Boulevard St. Germain): 6 €! Dafür gibt es dann auch eine besonders unfreundliche Bedienung gratis...

Soweit... gleich geht es weiter mit "Soziales", denn heute abend is Pot de Rentrée der Sprachassistenten (nein, nicht etwa gemeinschaftliches Potsitzen, sondern so eine Art Möchte-Gern-Party mit Niveau ?...na mal schauen, was das wird...auf ein Baldiges und liebe Grüße!

Lydia.

 

 

 

 

 

17.10.07 17:03


Stillstand & Bewegung - Pflicht & Vergnügen

Hallo ihr Lieben,

Ja, es ist mal wieder soweit, dass ich Zeit und Muße finde, etwas von meinen Pariser Abenteuern zu berichten. Ersteres vor allem, weil Ferien sind! Yay! Ganz witzig, zum ersten Mal stehe ich auf der anderen Seite der Ferien... und sehe, dass man sich als Lehrkraft da mindestens genauso drüber und drauf freut, wie als Schülerlein...

Stillstand & Bewegung:

Wieder einmal hat Paris das freudige Ereignis einer "sozialen Bewegung" (mouvement social - besser bekannt als "Streik" miterleben dürfen. Haupteffekt der selbigen ist der totale Stillstand. Nämlich der der Metro und RERs. (Ralf weiß, wovon ich rede . Ein wildes Winken an dich, an dieser Stelle!)

Aber unsere conducteurs sind nicht völlig gemein, sondern haben das Ganze sogar langfristig für Donnerstag den 18. 10. angekündigt. So ging es denn an diesem Tag auch eher heiter als gestresst zu. Man ist ja schließlich eifriger Unterstützer des sozialen Kampfes! Wer von außerhalb kommt, hat wenn möglich eben bei Freunden übernachtet und ansonsten wurden eben mal Fahrrad (die es überall auszuleihen gibt!), Inliner oder auch die Füße benutzt. Putzig waren sie schon irgendwie, die ganzen Pariser, mit den Stadtplänen vor der Nase, die ihre Stadt sonst nur aus dem Untergrund kennen *hehe*. Nervig wurde die Sache erst am Samstag, als immer noch die meisten Metros nicht fuhren, bzw nur auf 25%, ebenso wie die Nachtbusse, die eben mal kamen oder auch nicht, und auch meine Lebenslinie ins Stadtzentrum, der RER B war eben noch völlig unbedient. Das verdirbt die Laune... zumal ja Rugby-Finale war! Und nun stellt euch mal die ganzen Engländer vor, auf den Weg zur Arena oben im 18eme, wenn von den vier Linien, die da normalerweise hinfahren, plötzlich nur eine übrig bleibt...

Glücklicherweise hat sich das ganze Chaos im Laufe der letzten Woche dann langsam wieder normalisiert...und - das muss ich zugeben - an und für sich läuft der öffentliche Verkehr in Paris wirklich klasse...wenn er denn läuft...


Pflicht & Vergnügen

Für alle, die es interessiert: an der Schule läuft es eigentlich super. Die Schüler sind genervt von meinen ständigen Ermahnungen ihre Privatgespräche doch bitte auf Deutsch zu führen, andererseits aber auch ganz amüsiert über meine Stand-up Comedy...naja. Was immer noch nervt sind die Sachen drumherum. Sowas wie Drucker, die nicht funktionieren und Kopierer, bei denen die Lehrerelite Frankreichs es nicht immer schafft, wenigstens mal einen Papierstau zu beheben, oder wiederum Lehrer, die es nicht fertig bringen, einen Raum zu finden, der überall in der Schule ausgeschildert ist...aaaaaber gut. Kleinigkeiten.

De plus, habe ich mich am vergangenen Mittwoch dann tatsächlich mal wieder öffentlich musikalisch betätigt und sogar meine eigenen Originale gespielt! War sehr nett. Hat großen Spaß gemacht und findet sicherlich baldige Wiederholung. Zumal mir der Besitzer des Pubs (übrigens mit dem herrlichsten schottischen Akzent...wirklich zum Dahinschmelzen) schon gedroht hat, ich soll gefälligst meine Stimme ölen...also... Außerdem ist nächsten Mittwoch Halloween...wooohooo...und für Leute im Kostüm gibt's 'nen Drink umsonst! Na aber hallo...ween!

(Das ist NICHT meine neue Gitarre, sondern die von Thomas, weil elektrisch und so... nur, falls es da Verwunderung gegeben haben sollte . )

Soweit.

Günstigster Kaffee bisher übrigens gefunden bei Metro Alexandre Dumas: 2,80 €. Das sind schon fast Osnabrück-Preise! Ich muss mich jetzt einmal mehr ins Meer der Bürokratie stürzen und beim Caf um Geld betteln... auf sie mit Gebrüll!!!

Liebe Grüße und bisous à tous,

Lydia
29.10.07 13:48





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